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Degussa Angebot annehmen 03.07.2002
Sparkasse Bremen
Die Analysten der Sparkasse Bremen empfehlen Anlegern bei der Degussa-Aktie (WKN 542190) die Annahme des Übernahmenangebotes der RAG.
Das Spezialchemie-Konglomerat sei durch die Fusion von Degussa, Hüls, SKW Trostberg und Goldschmidt entstanden. Da die "alte" Degussa in diesem Zusammenschluss das größte Unternehmen darstelle, sei sie zum Namensgeber für die Gesamtgruppe geworden.
Der Bergbau und Energie-Konzern RAG (ehemals Ruhrkohle) beabsichtige die Übernahme der Mehrheit an Degussa. Zu diesem Zweck sei den Aktionären ein öffentlichen Übernahmeangebot unterbreitet worden (38,- Euro je Aktie). Die Frist zur Annahme dieses Angebotes laufe bis zum 23.07.2002. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses beginne eine weitere Annahmefrist, die bis zum 09.08.2002 laufe. An deren Ende solle die Beteiligung an Degussa durch die Übernahme von Aktien aus dem Besitz der E.ON auf 50,1% aufgestockt werden.
Im Gegenzug solle u.a. die Ruhrgasbeteiligung der RAG an E.ON übertragen werden. Ob dieser Ringtausch realisiert werden könne, sei aber z.Zt. aus kartellrechtlichen Gründen noch ungewiss. Die Übernahme könne nur durch eine Sondergenehmigung der Regierung (Ministererlaubnis) zustande kommen. Aus diesem Grund unterliege das Übernahmeangebot einem so genannten Genehmigungsvorbehalt ("Aufschiebende Bedingung").
Im ersten Quartal des laufenden Jahres habe Degussa nur eine leichte Ergebnissteigerung gemeldet. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sei um 2% auf 190 Mio. Euro gestiegen. Der Konzerngewinn sei auf 6 Mio. Euro nach 117 Mio. Euro im Vorjahresquartal gefallen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass im Berichtszeitraum an Stelle einer Steuerrückzahlung (wie im Vorjahr) eine Steuerzahlung von 26 Mio. Euro angefallen sei.
Außerdem seien im Rahmen der neuen Strategie Randaktivitäten aufgegeben worden, deren Ergebnisbeitrag im ersten Quartal weggefallen sei. Der Umsatz im Kerngeschäft habe um 3% auf 2,7 Mrd. Euro zulegen können. Degussa habe die Erwartung bekräftigt, dass eine konjunkturelle Belebung frühestens im zweiten Halbjahr einsetzen werde.
Degussa habe sich in der Rezession im vergangenen Jahr gut behauptet. Die Fokussierung auf die Spezialchemie würden die Analysten langfristig für strategisch sinnvoll halten.
Dem kurz- und mittelfristig orientierten Anleger empfehlen die Analysten der Sparkasse Bremen jedoch aufgrund der hohen Volatilität der Börsen das Angebot anzunehmen und den seit ihrer Empfehlung entstandenen, gut zehnprozentigen Gewinn sicher zu stellen.
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